Öffentlichkeit & Politik

Freitag, 20. Dezember 2019

In der Wintersession 2019 hat der Grosse Rat des Kantons Bern der Verbesserung der Versorgungssituation für Menschen mit Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) zugestimmt.

Vorstoss

Der von Manuela Kocher Hirt und weiteren Beteiligten eingereichte Vorstoss fordert die Erarbeitung eines Versorgungskonzepts für Menschen mit Autismus. Dieses beinhaltet konkret:

  •  Übersicht über die Unterstützungsangebote schaffen
  • Die Koordination der Angebote sicherstellen, Zuständigkeiten klären und Schnittstellen beseitigen
  • Bedarfsgerechte Diagnostik und Behandlung sicherstellen
  • Sensibilisierung fördern

Manuela Kocher Hirt, Präsidentin von Autismus Bern dazu:

«Es ist wichtig, ein Versorgungskonzept zu erarbeiten, das die fehlende Transparenz bezüglich Unterstützungsangeboten behebt und sicherstellt, dass die Diagnostik verbessert und die Wartezeiten verkürzt werden. Der Grundstein für die Verbesserung der Situation wurde mit diesem Beschluss gelegt. Dies freut uns sehr und zeigt die breite Unterstützung für unser Anliegen.»

Aktuelle Lage

Es bestehen Wartezeiten bei der Abklärung von Personen und Kindern mit Verdacht auf eine Autismus-Spektrum-Störung von bis zu einem Jahr. Dies verursacht Folgeprobleme: Es fehlt während dieser Zeit unter anderem der Zugang zu Therapieangeboten und adäquater Beratung und Betroffene entwickeln Begleiterkrankungen wie zum Beispiel Depressionen. Ausserdem sind die Betroffenen und ihre Angehörigen lange Zeit in Ungewissheit. Die Diagnose ist zwar im ersten Moment oft ein Schock – aber sie hilft Betroffenen und ihrem Umfeld die Symptome und ihr Verhalten besser zu verstehen. Damit die Früherkennung der Symtome verbessert werden kann, braucht es dringend eine bessere Sensibilisierung und Schulung der Kinder- und Hausärzte sowie von weiteren Fachpersonen, die mit kleinen Kindern arbeiten. Es ist erwiesen, dass eine frühe Diagnose, gefolgt von einer autismusspezifischen Therapie, einen wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung der Kinder hat.

Wie weiter?

Die heutige Situation im Kanton Bern bezüglich Abklärung und Beratung für Menschen mit ASS ist unbefriedigend, und führt oft zu grossem Leid. Mit der Annahme als Postulat stimmt der Grosse Rat einer Prüfung der Anliegen zu. Das Postulat beauftragt den Regierungsrat oder die Justizleitung abzuklären, Bericht zu erstatten und Antrag zu stellen, ob ein Erlass oder ein Beschluss ausgearbeitet, eine Massnahme ergriffen oder ein Bericht vorgelegt werden soll.

Der Entscheid des Grossen Rates im Detail:

https://www.gr.be.ch/gr/de/index/geschaefte/geschaefte/suche/geschaeft.gid-5fba8110f1f943d49d33718ad5d0597f.html

Dienstag, 12. November 2019

Regierungsrat antwortet auf Motion von Manuela Kocher Hirt

Die heutige Situation im Kanton Bern bezüglich Abklärung und Beratung für Menschen mit ASS ist unbefriedigend und führt für die betroffenen Personen zu grossem Leid. Liegt der Verdacht einer Autismus-Spektrum-Störung (ASS) vor, müssen betroffene Personen heute sehr lange auf eine fachgerechte Abklärung und Beratung waren. Kinder und Jugendliche warten im Schnitt ein Dreivierteljahr auf eine Abklärung, Erwachsene gar ein Jahr. Die Wichtigkeit einer frühzeitigen Diagnostik ist aber für die Prognose bei Kindern mit ASS nachgewiesen.

Im September hat Manuela Kocher Hirt, Präsidentin von Autismus Bern, deshalb im Grossen Rat eine Motion eingereicht, welche die Situation verbessern möchte. Der Regierungsrat sollte damit beauftragt werden, ein Versorgungskonzept für Menschen mit ASS zu erarbeiten und für Weiterbildung und Fachvertiefungen von Betreuungspersonen ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen.

Nun hat der Regierungsrat Stellung genommen. Er anerkennt den Handlungsbedarf und erachtet es als sinnvoll zu prüfen, welche Massnahmen zu einer optimalen Diagnostik und einer verbesserten Beratung und Koordination beitragen können. In der Wintersession vom 25. November bis 11. Dezember 19 wird der Grosse Rat den Vorstoss behandeln und definitiv darüber entscheiden.  Aus Sicht von Autismus Bern wäre es wichtig, dass ein Konzept erarbeitet wird, das die erwähnten Bereiche besser koordiniert und genügend Behandlungsangebote sicherstellt.

Sie können die Debatte im Ratssaal vor Ort oder Online mitverfolgen. Hier finden Sie alle nötigen Angaben zum Besuch der Session im Rathaus Bern sowie zur Publikation Online.

Online-Umfrage: Schule und/oder Ausbildungsplatz für Kinder/Jugendlichen mit einer Autismus-Spektrum-Störung

Wir erhalten Anfragen von Eltern, die einen passenden Schulplatz, eine Anschlusslösung oder einen Ausbildungsplatz suchen. Das Finden einer neuen Lösung gestaltet sich oft schwierig, Eltern stossen auf Ablehnung. Weil keine Lösung in Sicht ist, führt dies zu einer gewissen Hilflosigkeit.

Wir haben eine Umfrage durchgeführt, die über die Bedürfnissen und Schwierigkeiten Aufschluss geben soll, damit die Rahmenbedingungen verbessert werden können.
Die Umfrage ist abgeschlossen. Wir werden zu gegebener Zeit über die Ergebnisse informieren. 

Vielen Dank für Ihre Mithilfe und Unterstützung!

2. April Welt-Autismus-Tag

Seit 2008 findet alljährlich am 2. April der Welt-Autismus-Tag mit zahlreichen Aktionen statt. Öffentliche Gebäude werden nachts blau beleuchtet, «light it up blue». Die weltweite Sensibilisierung zum Thema Autismus will auf die von aussen unsichtbare, tiefgreifende Entwicklungsstörung aufmerksam machen. Autistische Menschen nehmen sich selbst und ihre Umwelt anders wahr.

Rückblick Kinowoche zum Welt-Autismus-Tag 2019

Im Rahmen der weltweiten Aktion «Light it up blue» leuchtete am 2. April 2019 das Freizeit- und Einkaufszentrum Westside in Bern blau– die Farbe des Autismus.

Vom 2. bis 4. April 2019 zeigten das Filmpodium (Biel), Cinématte (Bern) und das Kino Meiringen (Meiringen) den Film „Snow Cake“ von Marc Evans (Grossbritanien/Kanada).

Fachpersonen der Nathalie Stiftung (Gümligen), der Stiftung Sunneschyn (Meiringen) und Vorstandsmitglieder unseres Vereins beantworteten Fragen des Publikums. Wir erreichten zahlreiche Besucher und konnten Sie auf die Besonderheiten des Autismus aufmerksam machen.

An dieser Stelle danken wir Allen, die uns mit ihrem Einsatz und Hilfe ermöglichten, diese Woche durchzuführen.

Rückblick Autismus-Woche 2. bis 7. April 2018

Wir blicken auf eine intensive, spannende Woche zurück!

Am Montag 2. April wurde das Shopping und Erlebniscenter Westside in Bern im Rahmen der weltweiten Aktion „Light it up blue“ blau – die Farbe des Autismus – beleuchtet.

Am Dienstag konnten in Bern ca. 120 Personen in die Welt des Autismus mit dem lernreichen Vortrag: „Autismus aus der Nähe und aus der Ferne – Erkenntnisse und Konsequenzen“ von Matthias Huber, Psychologe mit Asperger-Syndrom eintauchen.

Am Mittwoch fanden ca. 80 Personen den Weg zum Kino Filmpodium in Biel und liessen sich vom Film „Im Weltraum gibt es keine Gefühle“ von Andreas Öhmann überraschen. Anschliessend beantworteten RR P.-A. Schnegg, Gesundheits- und Fürsorgedirektor und Frau H. Meyer, Dozentin PHBern die Fragen der Moderatorin Vera Jordi (TeleBielingue).

Am Donnerstag in Thun gaben Fachpersonen und Vorstandsmitglieder Auskünfte über Autismus im Rahmen einer gut besuchten Standaktion.

Beim Café Tolérance am Freitag durften Fachpersonen, Betroffene und Angehörige, Hilfsmaterial ausprobieren. Rahel Wälti (active communication) und Ulrika Nydegger (northcare) gaben interessante Inputs und beantworteten diverse Fragen.

Am Samstag nahmen ca. 20 Mitglieder an der Generalversammlung unseres Vereins in Münsingen teil. Im Anschluss haben wir zusammen Mittag gegessen. Das Psychiatriezentrum hat abwechslungsreiche Aktivitäten (Miniaturdampfbahn, Minigolf, Spielplatz) für die anwesenden Kinder angeboten.

Wir möchten uns an dieser Stelle bei Allen bedanken, die uns mit ihrem Einsatz und Hilfe die Möglichkeit gegeben haben, diese Woche durchzuführen!

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